Wachstumsfinanzierung, im Englischen Growth Capital, ist Kapital fรผr ein Unternehmen, das schneller wachsen will, als es der laufende Cashflow und die Hausbank erlauben. Sie finanziert etwa neue Produkte, den Eintritt in neue Mรคrkte, einen Zukauf oder den Ausbau der Fertigung.
Aufgenommen wird sie meist in Finanzierungsrunden. In einer Eigenkapitalrunde erwerben Beteiligungsgesellschaften oder Family Offices Anteile, hรคufig als Minderheitsbeteiligung. In einer Fremdkapitalrunde kommen Wachstumskredite, Nachrangdarlehen oder Brรผckenfinanzierungen hinzu, die keine Anteile kosten. Grundlage jeder Runde sind ein belastbarer Businessplan und eine Bewertung des Unternehmens. Aus ihr ergibt sich, welchen Anteil ein Kapitalgeber fรผr seinen Betrag erhรคlt.
Die Worstbrock-Gruppe bereitet Finanzierungsrunden vor, spricht passende Kapitalgeber an und begleitet Due Diligence und Verhandlung bis zur Auszahlung.
Ja. Die Geschรคftsfรผhrung behรคlt ihre Befugnisse. Der Sachwalter รผberwacht, er leitet nicht. Das ist der Unterschied zum Regelverfahren, in dem ein Insolvenzverwalter รผbernimmt.
Das Schutzschirmverfahren nach ยง 270d InsO ist die engere Variante: Es steht nur offen, solange keine Zahlungsunfรคhigkeit eingetreten ist, verlangt die Bescheinigung eines unabhรคngigen Sachverstรคndigen und gibt dem Unternehmen bis zu drei Monate, um in Ruhe einen Insolvenzplan zu erarbeiten. Dafรผr darf das Unternehmen den Sachwalter selbst vorschlagen und ist vor Vollstreckungen geschรผtzt.
Der Preis ist der enge Zeitrahmen: Wer zu spรคt kommt, kann den Schutzschirm nicht mehr wรคhlen. Welcher Weg passt, entscheidet sich an der Liquiditรคtslage, und die muss dafรผr belastbar gerechnet sein.
In der Praxis trรคgt das Verfahren die Kosten ab etwa 15 Mitarbeitern oder einer Million Euro Jahresumsatz. Darunter ist der Aufwand selten verhรคltnismรครig.
Warum muss ich eine Abtretungserklรคrung unterschreiben โ und was bedeutet das fรผr mich?
Viele Mitarbeitende sind unsicher, wenn sie erstmals eine Abtretungserklรคrung sehen. Das ist verstรคndlich. Die Erklรคrung wird jedoch aus einem klaren Grund benรถtigt: Die Bank mรถchte sicherstellen, dass sie spรคter das Insolvenzgeld erhรคlt, das sie vorfinanziert hat.
Wichtig zu wissen:
- Die Abtretungserklรคrung ist kein Kreditvertrag des Mitarbeiters.
- Es findet kein Verzicht auf Lohn statt.
- Fรผr die Beschรคftigten entstehen daraus keine zusรคtzlichen Kosten.
Die Erklรคrung regelt nur, dass:
- nicht der einzelne Arbeitnehmer das Insolvenzgeld von der Bundesagentur fรผr Arbeit erhรคlt,
- sondern die Bank, die den Lohn im Rahmen der Insolvenzgeldvorfinanzierung bereits ausgezahlt hat.
In der Praxis werden Abtretungserklรคrung und Vorgehen in einer Mitarbeiterversammlung erlรคutert.
Die Worstbrock-Gruppe bereitet diese Kommunikation gemeinsam mit dem Rechtsbeistand und der Geschรคftsfรผhrung vor und sorgt fรผr verstรคndliche Unterlagen, damit Mitarbeitende wissen, was sie unterschreiben und warum.
Gilt Insolvenzgeld auch im Schutzschirm- oder Eigenverwaltungsverfahren?
Ja.
Auch im Schutzschirmverfahren und in der Eigenverwaltung kann Insolvenzgeld eingesetzt und vorfinanziert werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfรผllt sind.
Wesentlich ist:
- Es muss spรคter ein Insolvenzverfahren erรถffnet oder ein Erรถffnungsantrag mangels Masse abgewiesen werden.
- Nur dann liegt ein Insolvenzereignis im Sinne des Gesetzes vor.
Kommt es dagegen zu einer Sanierung ohne spรคtere Verfahrenserรถffnung, wird kein Insolvenzgeld gezahlt. Deshalb ist eine frรผhzeitige und realistische Sanierungsplanung so wichtig.
Die Worstbrock-Gruppe begleitet Unternehmen gemeinsam mit dem Rechtsbeistand durch:
- die Vorbereitung des Eigenverwaltungs- oder Schutzschirmverfahrens
- die Abstimmung mit der Agentur fรผr Arbeit
- die Einbindung der Insolvenzgeldvorfinanzierung in die Liquiditรคtsplanung
Was genau deckt Insolvenzgeld ab?
Insolvenzgeld umfasst grundsรคtzlich das Nettoarbeitsentgelt im Insolvenzgeldzeitraum. Es ist dabei auf die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.
Typische Bestandteile sind zum Beispiel:
- das laufende Grundgehalt
- im Zeitraum erarbeitete variable Vergรผtungen, etwa Provisionen
- bestimmte Einmalzahlungen, zum Beispiel anteiliges Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, wenn sie den Zeitraum betreffen oder eine Stichtagsregelung auslรถsen
- im Zeitraum angefallene Aufwendungen wie Reisekosten
- Entgelt bei Altersteilzeit im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben
Vergรผtungsbestandteile, die nicht vom Insolvenzgeld erfasst werden, werden zu Insolvenzforderungen. Sie kรถnnen zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Ob es spรคter zu einer (anteiligen) Zahlung kommt, hรคngt von der vorhandenen Insolvenzmasse ab.
Fรผr die konkrete Einordnung im Einzelfall arbeiten die Worstbrock-Gruppe und der Rechtsbeistand eng zusammen und stimmen sich bei Bedarf mit der Agentur fรผr Arbeit ab.
Muss ich als Mitarbeiter trotzdem einen Antrag auf Insolvenzgeld stellen?
Ja.
Insolvenzgeld wird nicht automatisch gezahlt, auch wenn eine Vorfinanzierung vereinbart ist.
Wichtige Punkte:
- Insolvenzgeld gibt es nur, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer einen Antrag bei der zustรคndigen Agentur fรผr Arbeit stellt.
- Die Frist betrรคgt in der Regel zwei Monate nach dem Insolvenzereignis.
- Die formalen Anforderungen sind handhabbar, trotzdem kรถnnen Fehler den Anspruch gefรคhrden.
In der Praxis werden Mitarbeitende deshalb oft unterstรผtzt, beispielsweise durch:
- den Insolvenzverwalter oder Sachwalter
- die Geschรคftsfรผhrung in Eigenverwaltung
- die Worstbrock-Gruppe und den Rechtsbeistand im Rahmen einer organisierten โAntragsaktionโ im Betrieb
Typischer Ablauf aus Sicht der Mitarbeitenden:
- Die Lรถhne im Insolvenzgeldzeitraum flieรen bereits aus der Insolvenzgeldvorfinanzierung รผber die Bank.
- Der Antrag bei der Agentur fรผr Arbeit dient dazu, den gesetzlichen Anspruch zu sichern und die Zahlung an die Bank zu ermรถglichen.
Ohne Vorfinanzierung mรผssten Beschรคftigte hรคufig die Bearbeitungszeiten der Agentur fรผr Arbeit รผberbrรผcken. Das kann mehrere Wochen dauern und im Einzelfall zu finanziellen Engpรคssen fรผhren.
Was ist Insolvenzgeldvorfinanzierung und wie funktionieren pรผnktliche Lรถhne in der Krise?
In vielen Verfahren reicht es nicht, dass Insolvenzgeld irgendwann gezahlt wird. Die Lรถhne sollen pรผnktlich auf dem Konto der Mitarbeitenden ankommen. Dafรผr wird hรคufig eine Insolvenzgeldvorfinanzierung eingesetzt.
Der Ablauf in Kurzform:
- Eine Bank stellt dem Unternehmen ein Darlehen zur Verfรผgung.
- Aus diesem Darlehen werden die Nettoentgelte an die Mitarbeitenden ausgezahlt.
- Die Mitarbeitenden unterschreiben eine Abtretungserklรคrung.
- Nach Erรถffnung des Insolvenzverfahrens berechnet die Bundesagentur fรผr Arbeit das Insolvenzgeld und zahlt es an die Bank.
- Mit diesem Geld wird das Darlehen ganz oder teilweise zurรผckgefรผhrt. Zinsen und Gebรผhren trรคgt in der Regel das Unternehmen bzw. die Insolvenzmasse.
Vorteile:
- Fรผr Mitarbeitende:
Lรถhne und Gehรคlter im Insolvenzgeldzeitraum kommen weiter pรผnktlich. - Fรผr das Unternehmen:
Die knappe Liquiditรคt wird geschont, der Betrieb bleibt stabil, die Chancen der Sanierung steigen.
Die Worstbrock-Gruppe bereitet die Insolvenzgeldvorfinanzierung gemeinsam mit dem Rechtsbeistand vor, fรผhrt Gesprรคche mit Banken und stimmt die Eckpunkte mit der Bundesagentur fรผr Arbeit ab.
Wann besteht Anspruch auf Insolvenzgeld?
Ein Anspruch auf Insolvenzgeld entsteht nur, wenn ein Insolvenzereignis vorliegt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn:
- das Insolvenzverfahren รผber das Vermรถgen des Unternehmens erรถffnet wird
- der Antrag auf Erรถffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen wird
- der Betrieb vollstรคndig eingestellt wird und absehbar kein Insolvenzantrag gestellt wird
Fรผr hรถchstens drei Monate vor diesem Ereignis kann Insolvenzgeld gezahlt werden. Dieser Zeitraum wird als Insolvenzgeldzeitraum bezeichnet.
Wichtig:
- Vor der Erรถffnung des Verfahrens zahlt die Bundesagentur fรผr Arbeit in der Regel kein Insolvenzgeld aus.
- Ohne weitere Gestaltung entsteht daher eine Lรผcke: Die Mitarbeitenden warten auf Geld, das Unternehmen kann oft nicht mehr zahlen.
Genau hier setzen in der Praxis Sanierungskonzepte und die Insolvenzgeldvorfinanzierung an.
Was ist Insolvenzgeld und wozu dient es?
Insolvenzgeld ist eine Leistung der Bundesagentur fรผr Arbeit nach ยงยง 165 ff. SGB III. Es schรผtzt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wenn ihr Arbeitgeber zahlungsunfรคhig wird, und entlastet zugleich das Unternehmen.
Kernpunkte:
- Insolvenzgeld sichert den Lohn fรผr bis zu drei letzte Monate vor einem Insolvenzereignis.
- Der Anspruch richtet sich gegen die Bundesagentur fรผr Arbeit, nicht gegen das Unternehmen.
- Finanziert wird Insolvenzgeld รผber eine Umlage, die alle Arbeitgeber zahlen. Der Umlagesatz wird gesetzlich festgelegt und regelmรครig angepasst.
Fรผr Mitarbeitende bedeutet das:
Der Lohn fรผr einen begrenzten Zeitraum ist abgesichert, auch wenn das Unternehmen in die Krise gerรคt.
Fรผr Unternehmen bedeutet das:
Lรถhne in diesen drei Monaten mรผssen wirtschaftlich nicht mehr aus der knappen Liquiditรคt gezahlt werden. Das verschafft Luft fรผr die Sanierung.
Die Worstbrock-Gruppe entwickelt gemeinsam mit dem Rechtsbeistand Sanierungskonzepte, in denen Insolvenzgeld ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung des Unternehmens sein kann.
StaRUG โ einfach erklรคrt
Das StaRUG, das โUnternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetzโ, ist ein modernes Werkzeug fรผr Unternehmen, die in eine finanzielle Krise geraten, aber eine Insolvenz vermeiden mรถchten. Es bietet die Mรถglichkeit, frรผhzeitig Maรnahmen zur Sanierung zu ergreifen und so langfristig wirtschaftlich stabil zu bleiben.
Wie funktioniert das StaRUG?
Das StaRUG ermรถglicht Unternehmen, einen Restrukturierungsplan zu erstellen, um Schulden neu zu ordnen und mit Glรคubigern verbindliche Vereinbarungen zu treffen. Der groรe Vorteil: Dies geschieht auรerhalb eines klassischen Insolvenzverfahrens, was weniger รถffentlich ist und die Reputation des Unternehmens schรผtzt. Wรคhrend dieser Phase kann das Gericht auf Antrag Zwangsvollstreckungen gegen das Unternehmen untersagen (Stabilisierungsanordnung, ยง 49 StaRUG).
Die Vorteile des StaRUG:
- Frรผhzeitige Stabilisierung: Unternehmen kรถnnen schon bei drohender Zahlungsunfรคhigkeit aktiv werden.
- Schutz vor Glรคubigermaรnahmen: Auf Antrag kann das Gericht Vollstreckungen fรผr bis zu drei Monate untersagen (ยง 53 StaRUG).
- Verbindliche Vereinbarungen: Glรคubiger mรผssen sich an den Restrukturierungsplan halten, sobald er genehmigt ist.
- Flexibilitรคt: Das Verfahren kann individuell auf die Bedรผrfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden und ist weniger formal als eine Insolvenz.
- Vertraulichkeit: Anders als ein รถffentliches Insolvenzverfahren bleibt das StaRUG weitgehend diskret.
Ein praktisches Beispiel:
Ein mittelstรคndisches Handelsunternehmen, das auf den Import und Vertrieb von hochwertigen Baustoffen spezialisiert ist, sieht sich durch gestiegene Transportkosten und Materialpreise finanziellen Herausforderungen gegenรผber. Um drohende Zahlungsausfรคlle zu vermeiden, nutzt die Geschรคftsfรผhrung das StaRUG, um mit Glรคubigern neue Zahlungsvereinbarungen auszuhandeln. Wรคhrend des Prozesses ist das Unternehmen vor rechtlichen Maรnahmen geschรผtzt und gewinnt Zeit, um seine Geschรคftskosten zu senken und neue Absatzmรคrkte zu erschlieรen.
Unsere Rolle:
Die Worstbrock-Gruppe unterstรผtzt Unternehmen bei der Anwendung des StaRUG mit kaufmรคnnischer Expertise und gemeinsam mit anwaltlichen Partnern. Wir helfen Ihnen, einen klaren Restrukturierungsplan zu entwickeln, der sowohl Ihre Glรคubiger รผberzeugt als auch Ihre Liquiditรคt sichert. Durch unsere Erfahrung in der Verhandlungsfรผhrung mit Glรคubigern und unsere Fรคhigkeit, komplexe wirtschaftliche Situationen zu analysieren, sorgen wir dafรผr, dass Ihr Unternehmen nicht nur die Krise รผbersteht, sondern gestรคrkt daraus hervorgeht.
Zusammenfassung:
Das StaRUG ist ein entscheidendes Instrument fรผr Unternehmen, die frรผhzeitig handeln und eine Insolvenz vermeiden mรถchten. Mit der Unterstรผtzung der Worstbrock-Gruppe kรถnnen Sie diesen Prozess effizient und nachhaltig gestalten โ und Ihre wirtschaftliche Zukunft sichern.
Eigenverwaltung โ einfach erklรคrt
Die Eigenverwaltung ist ein spezielles Verfahren im Insolvenzrecht, das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Chance gibt, die Kontrolle รผber ihre Geschรคfte zu behalten. Sie ermรถglicht es, finanzielle Probleme unter eigener Leitung zu lรถsen, wรคhrend ein neutraler Experte, der sogenannte Sachwalter, den Prozess รผberwacht.
Wie funktioniert die Eigenverwaltung?
Im Gegensatz zur klassischen Insolvenz, bei der ein Insolvenzverwalter das Unternehmen fรผhrt, bleibt bei der Eigenverwaltung die Geschรคftsfรผhrung im Amt. Unterstรผtzt wird sie von einem Sachwalter, der sicherstellt, dass die Rechte der Glรคubiger gewahrt bleiben. Gemeinsam wird ein Sanierungsplan entwickelt, der Schulden neu strukturiert und eine langfristige Stabilitรคt ermรถglicht.
Die Vorteile der Eigenverwaltung:
- Unabhรคngigkeit bewahren: Die Geschรคftsfรผhrung bleibt handlungsfรคhig und kann ihre unternehmerische Expertise in den Sanierungsprozess einbringen.
- Optimierte Kosten: Durch den Wegfall eines Insolvenzverwalters kรถnnen Verfahrenskosten reduziert werden.
- Schnelle Umsetzung: Maรnahmen zur Stabilisierung kรถnnen zรผgig ergriffen werden, oft innerhalb weniger Monate.
- Schutz vor Vollstreckung: Wรคhrend des Verfahrens sind Unternehmen vor Pfรคndungen und anderen Zwangsmaรnahmen geschรผtzt.
- Erhalt der Geschรคftsfรคhigkeit: Der Betrieb kann ohne grรถรere Unterbrechungen fortgefรผhrt werden.
Ein praktisches Beispiel:
Ein mittelstรคndisches Maschinenbauunternehmen, das auf Prรคzisionsbauteile fรผr die Automobilindustrie spezialisiert ist, gerรคt durch den plรถtzlichen Wegfall eines Groรkunden in finanzielle Schieflage. Trotz der Krise verfรผgt das Unternehmen รผber ein funktionierendes Geschรคftsmodell und eine treue Kundenbasis. Die Geschรคftsfรผhrung entscheidet sich fรผr ein Verfahren in Eigenverwaltung, um die Schulden zu restrukturieren und neue Mรคrkte zu erschlieรen. Wรคhrend der Sanierungsphase kann der Betrieb weiterlaufen, und wichtige Investitionen in Innovationen werden nicht gestoppt. Unterstรผtzt wird die Geschรคftsfรผhrung durch einen Sachwalter, der den Prozess รผberwacht.
Unsere Rolle (Worstbrock-Gruppe):
Die Worstbrock-Gruppe begleitet Unternehmen in der Eigenverwaltung durch fundierte kaufmรคnnische Expertise und praxisnahe Beratung. Wir analysieren die finanzielle Situation, erarbeiten Sanierungskonzepte und koordinieren die Verhandlungen mit Glรคubigern. Mit รผber 30 Jahren Erfahrung stellen wir sicher, dass Unternehmen wรคhrend der Sanierungsphase nicht nur stabilisiert, sondern auch zukunftsfรคhig aufgestellt werden.
Zusammenfassung:
Die Eigenverwaltung ist eine geeignete Lรถsung fรผr Unternehmen, die ihre Geschรคftsfรผhrung beibehalten und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Situation verbessern mรถchten. Mit der Worstbrock-Gruppe an Ihrer Seite gewinnen Sie die notwendige Unterstรผtzung, um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern.
Was ist Due Diligence und warum ist sie wichtig bei einem Asset Deal?
Due Diligence ist der Prozess der sorgfรคltigen Prรผfung und Analyse eines Unternehmens vor dem Kauf, um alle relevanten finanziellen, rechtlichen und operativen Risiken zu identifizieren. Dies umfasst die Prรผfung von Vertrรคgen, Vermรถgenswerten, rechtlichen Verpflichtungen, Finanzen und Geschรคftsbeziehungen. Eine grรผndliche Due Diligence ist essenziell, um sicherzustellen, dass der Kรคufer genau weiร, was er รผbernimmt und welche potenziellen Risiken existieren. Sie hilft zudem, den Wert der Vermรถgenswerte korrekt zu bestimmen und etwaige Risiken rechtzeitig zu erkennen, die in den Kaufverhandlungen berรผcksichtigt werden sollten. Im Kontext eines M&A (Mergers and Acquisitions)-Prozesses ist die Due Diligence daher ein unverzichtbares Instrument, um den Kaufpreis und die Transaktionsstruktur optimal zu gestalten.
Welche rechtlichen Anforderungen gibt es bei einem Asset Deal im Sanierungsverfahren?
Wie bei jeder Transaktion gibt es rechtliche Anforderungen, die zu beachten sind. Diese betreffen insbesondere die รbertragung von Vermรถgenswerten und Vertrรคgen. Ein Insolvenzverwalter kann unter bestimmten Umstรคnden einen Asset Deal anfechten, falls er als nachteilig fรผr die Glรคubiger angesehen wird. Mit einer sorgfรคltigen rechtlichen Prรผfung und frรผhzeitiger Planung lassen sich jedoch viele dieser Herausforderungen vermeiden.
Wann ist ein Asset Deal im Sanierungsverfahren sinnvoll?
Ein Asset Deal ist besonders geeignet, wenn nur bestimmte Teile des Unternehmens fortgefรผhrt werden sollen oder wenn das Unternehmen insolvenzgefรคhrdet ist. Durch den schnellen Verkauf von Vermรถgenswerten kann der Betrieb aufrechterhalten und Arbeitsplรคtze gesichert werden.
Welche Rolle spielt die Eigenverwaltung bei einem Asset Deal?
Die Eigenverwaltung ermรถglicht es, dass die Geschรคftsfรผhrung des Unternehmens weiterhin operativ tรคtig bleibt, wรคhrend ein Sachwalter den Prozess รผberwacht. Der Asset Deal unterstรผtzt in diesem Kontext die Schaffung von Liquiditรคt, um die Sanierung zu finanzieren, ohne dass die Kontrolle des Unternehmens vollstรคndig abgegeben werden muss.
Wie passt der Asset Deal in ein Sanierungsverfahren?
In einem Sanierungsverfahren, wie z.B. einer Insolvenz in Eigenverwaltung, wird der Asset Deal hรคufig genutzt, um profitable Teile eines Unternehmens zu retten. Der Kรคufer kann gezielt jene Vermรถgenswerte erwerben, die fรผr den Fortbestand des Unternehmens notwendig sind, wรคhrend problematische Verbindlichkeiten beim verรคuรernden Unternehmen verbleiben. Dies unterstรผtzt die Fortfรผhrung des Betriebs und den Erhalt von Arbeitsplรคtzen.
Welche Herausforderungen gibt es bei einem Asset Deal?
Obwohl ein Asset Deal Vorteile bietet, wie die selektive รbernahme von Vermรถgenswerten, erfordert er eine sorgfรคltige Planung. Jeder Vermรถgenswert muss einzeln รผbertragen werden, was den Prozess komplexer machen kann. Die รbertragung von Vertrรคgen, wie Miet- oder Liefervertrรคgen, erfordert mรถglicherweise die Zustimmung der Vertragspartner. Dies lรคsst sich jedoch durch grรผndliche Vorbereitung und Verhandlungen in vielen Fรคllen effizient lรถsen.
Welche Vorteile bietet ein Asset Deal?
Ein Asset Deal ermรถglicht dem Kรคufer eine selektive รbernahme von Vermรถgenswerten, ohne dass er Verbindlichkeiten oder Altlasten รผbernimmt. Dadurch kann er Risiken minimieren und gezielt Investitionen tรคtigen. Zudem bietet er die Chance, Arbeitsplรคtze und wichtige Geschรคftsbeziehungen zu sichern, da der operative Geschรคftsbetrieb in vielen Fรคllen weitergefรผhrt werden kann.
Wie unterscheidet sich ein Asset Deal von einem Share Deal?
Beim Asset Deal werden gezielt Vermรถgenswerte รผbernommen, wรคhrend beim Share Deal das gesamte Unternehmen inklusive Verbindlichkeiten und Risiken erworben wird. Der Asset Deal erlaubt es dem Kรคufer, nur die fรผr ihn wertvollen Teile eines Unternehmens zu รผbernehmen, was besonders vorteilhaft ist, wenn er Geschรคftsrisiken minimieren mรถchte.
Was ist ein Asset Deal?
Ein Asset Deal bezeichnet den Kauf einzelner Vermรถgensgegenstรคnde eines Unternehmens (z.B. Maschinen, Patente, Immobilien) anstatt des Kaufs der gesamten Unternehmensanteile. Dadurch รผbernimmt der Kรคufer nur die gewรผnschten Assets und nicht die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Dies bietet eine flexible und gezielte รbernahme von Vermรถgenswerten.
Wer kann ein Verfahren nach dem StaRUG anzeigen/einleiten?
Jede insolvenzfรคhige Person mit Ausnahme nicht unternehmerisch tรคtiger natรผrlicher Personen. Die Einleitung ist nur fรผr das eigene Unternehmen mรถglich, es ist also anders als beim Insolvenzverfahren nicht mรถglich als Glรคubiger einen entsprechenden Antrag gegen ein anderes Unternehmen zu stellen.
Wann kann ein Verfahren nach dem StaRUG angezeigt/eingeleitet werden?
Ein Verfahren nach dem StaRUG kann mit Eintritt des Insolvenzgrundes der drohenden Zahlungsunfรคhigkeit eingeleitet werden. Unternehmen, bei denen bereits die Insolvenzgrรผnde der Zahlungsunfรคhigkeit oder รberschuldung vorliegen, kรถnnen die Instrumente des StaRUG nicht in Anspruch nehmen. Fรผr diese Unternehmen kommt ausschlieรlich eine Sanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Betracht.
Das eigentliche Verfahren beginnt mit der Aufstellung eines Restrukturierungsplans, den die betroffenen Glรคubiger mit qualifizierter Mehrheit annehmen mรผssen. Dies kann in einem gerichtlichen Verfahren oder auรergerichtlich geschehen. Will das Unternehmen das gerichtliche Verfahren in Anspruch nehmen, muss es das Restrukturierungsvorhaben bei dem zustรคndigen Restrukturierungsgericht (ยง 31 Abs. 1 StaRUG) anzeigen. Der Anzeige ist der Entwurf eines Restrukturierungsplans oder ein Konzept fรผr die Restrukturierung, eine Darstellung des Stands der Verhandlungen mit den Glรคubigern sowie eine Darstellung der zur Sicherstellung der Umsetzung getroffenen Vorkehrungen beizufรผgen (ยง 31 Abs. 2 StaRUG). Die Anzeige hat, ohne dass es hierfรผr einer gerichtlichen Entscheidung bedarf, zur Folge, dass die Restrukturierungssache rechtshรคngig wird und fรผr dessen Umsetzung die Instrumente des StaRUG in Anspruch genommen werden kรถnnen (ยง 31 Abs. 3 StaRUG).
Wie lรคuft ein Verfahren nach dem StaRUG ab?
Kern des Restrukturierungsverfahrens ist die Aufstellung eines Restrukturierungsplans, durch den ein Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten versucht, seine Rechtsverhรคltnisse so zu gestalten, dass es nicht zahlungsunfรคhig wird. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Plans darf die Zahlungsunfรคhigkeit nur drohen, sie darf noch nicht eingetreten sein. Wesentlicher Inhalt des Plans wird meist ein Schuldenschnitt oder eine Verschiebung der Fรคlligkeiten sein.
Der Plan ist den betroffenen Glรคubigern vorzulegen, die darรผber abzustimmen haben. Dies kann in einem gerichtlichen Verfahren oder auรergerichtlich geschehen. Flankierend kรถnnen nach Anzeige des Restrukturierungsverfahrens beim Restrukturierungsgericht schon zuvor Stabilisierungsmaรnahmen beantragt werden (z.B. Aussetzung von Vollstreckungs- und Verwertungsmaรnahmen gegen das Unternehmen).
Ebenso kann das Gericht auf Antrag des Unternehmens einen Sanierungsmoderator (vermittelt zwischen den Parteien) oder, insbesondere bei weiter fortgeschrittenen oder problematischeren Fรคllen (dann auch von Amts wegen), einen Restrukturierungsbeauftragten bestellen. Dieser prรผft und รผberwacht die rechtlichen Voraussetzungen der Restrukturierung und kann je nach Lage des Falls auch mit weitreichenderen Funktionen ausgestattet werden (รberwachung der Geschรคftsfรผhrung und Verwaltung der eingehenden Gelder, รberwachung der Planerfรผllung).
Wird der Plan von den Glรคubigern mit den erforderlichen Mehrheiten angenommen, ist er dem Restrukturierungsgericht zur gerichtlichen Bestรคtigung vorzulegen. Wird der Plan vom Gericht bestรคtigt, gestaltet er die betroffenen Rechtsverhรคltnisse des Unternehmens wie vorgesehen.
Scheitert das Verfahren, weil der Plan nicht angenommen oder nicht bestรคtigt wird, wird dies hรคufig ein Insolvenzverfahren zur Folge haben.
Wie unterscheidet sich das Restrukturierungsverfahren von einem Insolvenzverfahren?
Das Restrukturierungsverfahren soll eine Sanierung ohne zwingende gerichtliche Beteiligung und Verรถffentlichung ermรถglichen, bevor ein Insolvenzverfahren notwendig ist. Es setzt voraus, dass Zahlungsunfรคhigkeit nur droht, aber noch nicht eingetreten ist und dass das Unternehmen sanierungsfรคhig ist. Das Unternehmen muss seinen Glรคubigern einen sachgerechten Restrukturierungsplan vorlegen, der von einer qualifizierten Mehrheit der Glรคubiger angenommen werden muss. Auf Antrag des Unternehmens kรถnnen unterstรผtzend gerichtliche Maรnahmen erfolgen (Vollstreckungsstopp, gerichtliches Abstimmungsverfahren). Die Leitung des Unternehmens behรคlt es wรคhrend der Restrukturierung selbst in der Hand.
Das Insolvenzverfahren, welches nicht nur bei drohender Zahlungsunfรคhigkeit, sondern vor allem bei bereits eingetretener Zahlungsunfรคhigkeit oder รberschuldung zur Anwendung kommt, und welches auch auf Antrag eines Glรคubigers durchgefรผhrt werden kann, ist dagegen ein zwingend gerichtliches Verfahren, in welchem die Leitung des Unternehmens entweder (bei Eigenverwaltung) von einem Sachwalter beaufsichtigt wird oder ganz in die Hรคnde eines gerichtlichen Insolvenzverwalters gegeben wird. Auch im Insolvenzverfahren kommt es idealerweise zu einer Sanierung des Unternehmens (z.B. mittels Insolvenzplan oder Verkauf an einen neuen Rechtstrรคger, Asset Deal). Mรถglich ist aber auch eine Einstellung und Liquidation des Betriebes. Bei einem frรผhzeitigen Eigenantrag kann das Verfahren in Eigenverwaltung mit Unterstรผtzung eines Sachwalters durchgefรผhrt werden, anderenfalls bestimmt das Gericht einen Insolvenzverwalter, der dann fรผr das Unternehmen handelt. In Abgrenzung zu einem Restrukturierungsverfahren besteht in einem Insolvenzverfahren die Mรถglichkeit Vertrรคge nach Maรgabe der ยงยง 103 ff. InsO nicht zu Lasten der Insolvenzmasse fortzufรผhren.
Scheitert das Restrukturierungsverfahren (z.B. weil die erforderliche Glรคubigermehrheit nicht zustimmt), wird es meist zu einem anschlieรenden Insolvenzverfahren kommen.
Was ist ein Verfahren nach dem StaRUG?
Bei dem StaRUG-Verfahren (= Restrukturierungsverfahren) handelt es sich um ein (nicht notwendig gerichtliches) Verfahren zum Erhalt von Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, aber noch zahlungsfรคhig sind. Solche Unternehmen kรถnnen auf der Basis eines Restrukturierungsplans gegebenenfalls mit Unterstรผtzung eines Restrukturierungsbeauftragten insbesondere ihre Verbindlichkeiten neu ordnen (Schuldenschnitt), wenn eine qualifizierte Mehrheit der Glรคubiger zustimmt, die Glรคubiger entsprechend ihrem Rang gleich behandelt werden und die Maรnahmen sachgerecht sind. Flankierend kรถnnen mit gerichtlicher Zustimmung Vollstreckungsmaรnahmen gegen das Unternehmen untersagt werden. Das Verfahren kann ohne Verรถffentlichungen durchgefรผhrt werden.
Mit dem Verfahren sollen Unternehmen schon bei drohender Zahlungsunfรคhigkeit motiviert werden, selbst die erforderlichen Maรnahmen zum Erhalt des Unternehmens einzuleiten, ohne ein gerichtliches Insolvenzverfahren durchfรผhren zu mรผssen.
Wird das StaRUG-Verfahren รถffentlich bekannt gemacht?
In Verfahren รผber Restrukturierungssachen erfolgen รถffentliche Bekanntmachungen nur, wenn der Schuldner dies beantragt. Der Antrag ist vor der ersten Entscheidung in der Restrukturierungssache zu stellen und kann nur bis zur ersten Entscheidung zurรผckgenommen werden (ยง 84 Abs. 1 S. 1 StaRUG). Bekanntzumachen sind gemรคร ยง 84 Abs. 2 Nr. 2 StaRUG die in Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2015/848 genannten Angaben, also hauptsรคchlich allgemeine Angaben zum Verfahren und zu laufenden Fristen sowie alle gerichtlichen Beschlรผsse. Die รถffentliche Bekanntmachung erfolgt durch eine zentrale und lรคnderรผbergreifende Verรถffentlichung im Internet, ยง 86 Abs. 1 StaRUG. WICHTIG: Die รถffentliche Bekanntmachung genรผgt zum Nachweis der Zustellung an alle Beteiligten, auch wenn das Gesetz neben ihr eine besondere Zustellung vorschreibt (ยง 86 Abs. 3 StaRUG).
Wo wird das Verfahren nach dem StaRUG angezeigt?
Verfahren nach dem StaRUG sind bei dem zustรคndigen Restrukturierungsgericht anzuzeigen. Zustรคndiges Restrukturierungsgericht ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk das zustรคndige Oberlandesgericht seinen Sitz hat (ยง 34 Abs. 1 StaRUG). Eine abweichende Zustรคndigkeit ist gegeben, wenn dieses Amtsgericht nicht fรผr die Durchfรผhrung von Unternehmensinsolvenzen zustรคndig ist. In diesem Fall ist das Amtsgericht zustรคndig, das fรผr Unternehmensinsolvenzen am Sitz des Oberlandesgerichtes zustรคndig ist. Zudem ist es den Landesverordnungsgebern gestattet, die Zustรคndigkeit durch Rechtsverordnung einem anderen Amtsgericht im Bezirk des Oberlandesgerichts zuzuweisen (ยง 34 Abs. 2 StaRUG).
Was bedeutet โdrohende Zahlungsunfรคhigkeitโ im StaRUG?
Drohende Zahlungsunfรคhigkeit liegt vor, wenn das Unternehmen voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fรคlligkeit zu erfรผllen (ยง 18 Abs. 2 InsO). Bei der Prรผfung, ob die liquiden Mittel voraussichtlich ausreichen werden, um die fรคlligen Zahlungspflichten erfรผllen zu kรถnnen, ist ein Prognosezeitraum von 24 Monaten zugrunde zu legen.
Was ist ein Restrukturierungsplan nach dem StaRUG?
รhnlich einem Insolvenzplan (ยงยง 217 ff InsO) ist der Restrukturierungsplan nach dem StaRUG (ยงยง 2-28, 45, 46, 60-72 StaRUG) eine umfassende Umgestaltung von Rechtsverhรคltnissen des Unternehmens, durch welche eine Sanierung des Unternehmens ermรถglicht werden soll. In aller Regel wird solch ein Plan von entsprechend spezialisierten Beratern des Unternehmens entworfen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Behandlung von Forderungen gegen das Unternehmen (โSchuldenschnittโ) und von Rechten an Gegenstรคnden (z.B. Grundstรผcken), die fรผr den Betrieb auch nach der Sanierung notwendig sind. Auch in Gesellschafterrechte kann der Plan eingreifen (z.B. Debt-Equity-Swap โ Tausch von Forderungen gegen neue Anteile). Nicht von einem Plan gestaltet werden kรถnnen Arbeitnehmerforderungen. Der Plan teilt die betroffenen Glรคubiger danach in Gruppen ein, wie sie in einem Insolvenzverfahren stehen wรผrden. Innerhalb dieser Gruppen sind die Glรคubiger grundsรคtzlich gleichzubehandeln (allerdings kรถnnen bestimmte Gruppen von vornherein ausgenommen werden, z.B. Kleinglรคubiger oder Verbraucher, und es sind auch sachgerechte Ungleichbehandlungen unter bestimmten Voraussetzungen mรถglich). Der Plan wird den betroffenen Glรคubigern schriftlich zugestellt. Wenn er nicht von allen Glรคubigern angenommen wird, kann darรผber abgestimmt werden, auf Antrag des Schuldners auch in einem gerichtlichen Verfahren โ so kรถnnen durch einen sachgerechten Plan unwillige Glรคubiger รผberstimmt werden.
Welche gerichtlichen Hilfen stehen nach dem StaRUG zur Verfรผgung?
Es stehen verschiedene gerichtliche Instrumente zur Verfรผgung, darunter das gerichtliche Planabstimmungsverfahren, die Vorprรผfung, Stabilisierungsmaรnahmen und die gerichtliche Bestรคtigung eines Restrukturierungsplans.
Welche Glรคubigergruppen kรถnnen in das Verfahren einbezogen werden und welche nicht?
Es werden verschiedene Glรคubigergruppen unterschieden, darunter besicherte Glรคubiger, einfache Restrukturierungsglรคubiger, nachrangige Restrukturierungsglรคubiger und Inhaber von Anteils- oder Mitgliedschaftsrechten. Arbeitnehmerforderungen sind ausgenommen.
Gibt es einen Vollstreckungsschutz im StaRUG-Verfahren?
Ja, das Restrukturierungsgericht kann auf Antrag Maรnahmen der Zwangsvollstreckung untersagen oder einstweilen einstellen, wenn dies zur Verwirklichung des Restrukturierungsziels erforderlich ist.
Kรถnnen Glรคubiger รผberstimmt werden?
Ja, Glรคubiger kรถnnen mit einer ยพ Mehrheit innerhalb ihrer Gruppe รผberstimmt werden. Die Abstimmung richtet sich nach der Hรถhe der Forderungen bzw. dem Wert der Absonderungsanwartschaft.
Was sind die grundlegenden Gemeinsamkeiten von ESUG und StaRUG?
Sowohl ESUG als auch StaRUG verfolgen das gemeinsame Ziel der Unternehmenssanierung. Beide Verfahren beinhalten die Erstellung und Abstimmung eines Sanierungsplans โ Insolvenzplan im Fall von ESUG und Restrukturierungsplan bei StaRUG. Dabei liegt der Fokus darauf, den rechtlichen Status des Unternehmens zu erhalten.
Welche Haftungsrisiken bestehen fรผr die Beteiligten?
Beteiligte, insbesondere Geschรคftsleiter, tragen Haftungsrisiken, die sich nach den Interessen der Glรคubiger richten. Das StaRUG sieht eine Organhaftung vor und legt Haftungsnormen in den ยงยง 43 und 57 StaRUG fest. Es ist wichtig, Haftungsrisiken zu erkennen und zu minimieren.
Wer fรผhrt die Geschรคfte und die Sanierungsmaรnahmen in einem StaRUG-Verfahren?
Die bisherige Geschรคftsfรผhrung leitet die Vorbereitung und Durchfรผhrung des Verfahrens. Ein Restrukturierungsbeauftragter kann vom Gericht bestellt werden, um den Ablauf zu รผberwachen und die Interessen der Glรคubiger zu schรผtzen.
Gibt es Unterschiede bei der Behandlung von Arbeitnehmerrechten bei ESUG und StaRUG?
Eine wesentliche Differenz zwischen ESUG und StaRUG liegt darin, dass StaRUG die Rechte der Arbeitnehmer schรผtzt, wรคhrend beim ESUG in bestimmten Fรคllen in Arbeitnehmerrechte eingegriffen werden kann. Dies macht StaRUG fรผr Unternehmen, die auf Personalmaรnahmen setzen, tendenziell weniger geeignet.
Wie erfolgt die Einbeziehung von Glรคubigern in die Planlรถsung bei ESUG und StaRUG?
Beim ESUG-Verfahren sind sรคmtliche Glรคubiger in die Planlรถsung einzubeziehen. Das schuldnerische Unternehmen unterbreitet allen Glรคubigern einen Sanierungsvorschlag, der zur Abstimmung steht. Im Gegensatz dazu erlaubt StaRUG die Einbeziehung einzelner Glรคubiger oder Glรคubigergruppen, wie beispielsweise Banken, Vermieter oder Lieferanten.
Was unterscheidet ESUG und StaRUG in Bezug auf den Zeitpunkt des Eingreifens?
Ein entscheidender Unterschied besteht darin, dass StaRUG in einem frรผheren Stadium einer Unternehmenskrise ansetzt und bereits vor Eintritt der Zahlungsunfรคhigkeit angewendet werden kann. Die Instrumente des ESUG, Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren, werden dagegen im fรถrmlichen Insolvenzverfahren genutzt. Sie stehen schon bei drohender Zahlungsunfรคhigkeit offen, die Eigenverwaltung auch noch nach Eintritt von Zahlungsunfรคhigkeit oder รberschuldung.
Welche finanziellen Aspekte spielen bei der Wahl zwischen ESUG und StaRUG eine Rolle?
Im Zustand drohender Zahlungsunfรคhigkeit bietet ESUG im Erรถffnungsverfahren liquiditรคtsschรถpfende Maรnahmen. StaRUG hingegen sieht eine solche Freilegung von Liquiditรคt nicht vor. Die Wahl zwischen den Verfahren hรคngt somit auch von der vorhandenen Liquiditรคt des Unternehmens ab.
Was sind die Unterschiede zwischen dem Sachwalter bei ESUG und dem Restrukturierungsbeauftragten bei StaRUG?
Beim ESUG wird dem Unternehmen zwingend ein unabhรคngiger Sachwalter vom Insolvenzgericht zur Seite gestellt. Bei StaRUG ist die Einsetzung eines Restrukturierungsbeauftragten teilweise verpflichtend, teilweise optional und teilweise nicht erforderlich. Anders als der Sachwalter wird der Beauftragte nicht nach der Insolvenzrechtlichen Vergรผtungsverordnung entlohnt, sondern nach dem tatsรคchlichen Stundenaufwand.
Was bedeutet รผbertragende Sanierung?
Bei einer รผbertragenden Sanierung wird der Geschรคftsbetrieb oder ein Teil davon auf einen neuen Rechtstrรคger รผbertragen und dort weitergefรผhrt, meist im Insolvenzverfahren. Ziel ist es, den Betrieb zu erhalten und so zu stabilisieren, dass er in Zukunft wieder profitabel arbeitet. รbertragen werden die Vermรถgenswerte, die der Betrieb braucht, im Wege eines Asset Deals. Die Verbindlichkeiten bleiben beim alten Rechtstrรคger, die Glรคubiger werden aus dem Kaufpreis befriedigt. So kann der Betrieb ohne die alten Schulden neu anfangen. Der Vorteil einer รผbertragenden Sanierung besteht darin, dass der Betrieb fortgefรผhrt wird und Arbeitsplรคtze erhalten bleiben.
Was ist ein Insolvenzverwalter?
Der Insolvenzverwalter ist eine fachkundige Person, die vom Insolvenzgericht bestellt wird, um das Vermรถgen eines insolventen Unternehmens zu verwalten. Er hat die Aufgabe, die Glรคubiger gemeinsam und mรถglichst hoch zu befriedigen, durch Fortfรผhrung und Sanierung des Unternehmens oder durch Verwertung des Vermรถgens. Mit der Erรถffnung des Verfahrens geht das Recht, das Vermรถgen zu verwalten und darรผber zu verfรผgen, auf ihn รผber (ยง 80 InsO). Er entscheidet รผber laufende Vertrรคge, prรผft Anfechtungen und fรผhrt die Insolvenztabelle.
Was ist ein Schutzschirmverfahren?
Ein Schutzschirmverfahren ist ein Instrument des deutschen Insolvenzrechts, das Unternehmen in einer schwierigen finanziellen Lage ermรถglicht, eine Lรถsung fรผr ihre Schulden zu finden, bevor sie zahlungsunfรคhig sind. Es ist Teil des Insolvenzerรถffnungsverfahrens und wird immer in Eigenverwaltung gefรผhrt (ยง 270d InsO). Auf Antrag untersagt das Gericht Maรnahmen der Zwangsvollstreckung gegen das Unternehmen, und das Unternehmen erhรคlt bis zu drei Monate, um einen Insolvenzplan auszuarbeiten. Dies ermรถglicht dem Unternehmen, Zeit und Ressourcen fรผr eine Sanierung oder eine Umstrukturierung zu nutzen.
Voraussetzung ist, dass drohende Zahlungsunfรคhigkeit oder รberschuldung vorliegt, aber keine Zahlungsunfรคhigkeit, und dass die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist. Das belegt die Bescheinigung eines in Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberaters, Wirtschaftsprรผfers oder Rechtsanwalts. Der Antrag auf Eigenverwaltung gehรถrt zwingend dazu, als Regelinsolvenz gibt es das Schutzschirmverfahren nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Glรคubigerversammlung und Glรคubigerausschuss?
Der Glรคubigerausschuss und die Glรคubigerversammlung sind zwei unterschiedliche Gremien, die im Rahmen einer Insolvenz bestehen kรถnnen. Der Glรคubigerausschuss unterstรผtzt und รผberwacht den Insolvenzverwalter (ยง 69 InsO), wรคhrend die Glรคubigerversammlung das hรถchste beschlussfassende Gremium im Rahmen einer Insolvenz ist.
Was ist die Glรคubigerversammlung?
Eine Glรคubigerversammlung ist ein formales Treffen von Glรคubigern eines insolventen Unternehmens. Diese Versammlungen werden wรคhrend eines Insolvenzverfahrens abgehalten und dienen dazu, die Glรคubiger รผber den aktuellen Stand des Verfahrens zu informieren und ihnen die Mรถglichkeit zu geben, Fragen zu stellen und Entscheidungen zu treffen. Die Glรคubigerversammlung wird vom Insolvenzgericht einberufen und geleitet (ยงยง 74, 76 InsO) und kann eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Insolvenzverfahrens und der Verteilung der Vermรถgenswerte des Unternehmens an die Glรคubiger spielen.
Was ist der Glรคubigerausschuss?
Ein Glรคubigerausschuss ist eine Gruppe von Glรคubigern in einem Insolvenzverfahren, die ihre Interessen vertreten und auf den Fortgang des Verfahrens Einfluss nehmen kรถnnen. Das Insolvenzgericht kann ihn einsetzen, bei grรถรeren Unternehmen ist schon im Erรถffnungsverfahren ein vorlรคufiger Glรคubigerausschuss Pflicht (ยงยง 22a, 67 InsO). Ihm sollen absonderungsberechtigte Glรคubiger, Glรคubiger mit den hรถchsten Forderungen, Kleinglรคubiger und ein Vertreter der Arbeitnehmer angehรถren. Auch Personen, die keine Glรคubiger sind, kรถnnen Mitglied werden (ยง 67 Abs. 3 InsO). Er hat die Aufgabe, den Insolvenzverwalter bei seiner Geschรคftsfรผhrung zu unterstรผtzen und zu รผberwachen (ยง 69 InsO). Bei besonders bedeutsamen Rechtshandlungen muss er zustimmen (ยง 160 InsO). Somit ist der Glรคubigerausschuss ein wichtiger Akteur im Insolvenzverfahren und trรคgt dazu bei, dass das Verfahren fรผr alle Beteiligten fair und gerecht verlรคuft.
Was ist der Unterschied zwischen einem Insolvenzverwalter und einem Sachwalter?
Ein Insolvenzverwalter und ein Sachwalter sind beide an der Abwicklung einer Insolvenz beteiligt, haben jedoch unterschiedliche Aufgaben und Befugnisse.
Der Insolvenzverwalter ist eine Person, die vom Insolvenzgericht bestellt wird, um das Vermรถgen eines insolventen Unternehmens zu verwalten und es so zu verรคuรern, dass die Glรคubiger so weit wie mรถglich befriedigt werden. Mit der Erรถffnung geht das Recht, das Vermรถgen des Unternehmens zu verwalten und darรผber zu verfรผgen, auf ihn รผber (ยง 80 InsO). Er fรผhrt den Betrieb weiter oder stellt ihn ein, entscheidet รผber laufende Vertrรคge und verwertet das Vermรถgen.
Der Sachwalter hingegen wird in bestimmten Fรคllen, wie dem Eigenverwaltungsverfahren, eingesetzt und hat eine andere Rolle als der Insolvenzverwalter. Er รผberwacht das Verfahren und stellt sicher, dass die Rechte der Glรคubiger gewahrt werden und dass das Verfahren in รbereinstimmung mit dem Insolvenzrecht durchgefรผhrt wird. Der Sachwalter hat jedoch keine umfassenden Befugnisse wie ein Insolvenzverwalter und ist eher eine Art Kontrolleur, der dafรผr verantwortlich ist, dass das Eigenverwaltungsverfahren rechtmรครig und ordnungsgemรคร abgewickelt wird.
Zusammengefasst hat der Insolvenzverwalter eine aktivere Rolle im Insolvenzverfahren, wรคhrend der Sachwalter eine รผberwachende Rolle hat und dafรผr sorgt, dass das Verfahren in รbereinstimmung mit dem Gesetz ablรคuft.
Was ist ein Sachwalter?
Der Sachwalter hat eine bedeutende Rolle in einem Eigenverwaltungsverfahren. Er wird vom Insolvenzgericht ernannt, um sicherzustellen, dass die Rechte der Glรคubiger im Verfahren respektiert werden und dass alle Schritte innerhalb des Insolvenzrechts durchgefรผhrt werden. In dieser Hinsicht fungiert er als รberwacher, ohne dass er jedoch รผblicherweise Macht hat, die nach auรen wirkt. Die Glรคubiger melden ihre Forderungen beim Sachwalter an (ยง 270f Abs. 2 InsO), und er fรผhrt die Insolvenztabelle.
Der Sachwalter muss seine Pflichten unparteiisch und neutral ausfรผhren, immer im Interesse aller Glรคubiger. Er berichtet den Glรคubigerorganen (Glรคubigerausschuss, Glรคubigerversammlung) und unterliegt der Aufsicht des Gerichts. Es ist wichtig, dass er sich stets an die Regeln hรคlt und die Interessen aller Glรคubiger gewahrt bleiben.
Was heiรt zahlungsunfรคhig?
Zahlungsunfรคhigkeit liegt vor, wenn ein Schuldner nicht in der Lage ist, seine fรคlligen Zahlungspflichten zu erfรผllen, etwa Lรถhne, Steuern, Rechnungen und Kreditraten (ยง 17 Abs. 2 InsO). Dies kann darauf zurรผckzufรผhren sein, dass der Schuldner รผber eine unzureichende Liquiditรคt (verfรผgbares Geld) verfรผgt oder dass seine Einkรผnfte nicht ausreichend sind, um seine Ausgaben zu decken. Zahlungsunfรคhigkeit ist ein Insolvenzgrund (ยง 17 Abs. 1 InsO). Fรผr Kapitalgesellschaften lรถst sie die Pflicht aus, Insolvenzantrag zu stellen.
In der Regel ist von Zahlungsunfรคhigkeit eines Schuldners auszugehen, wenn er seine Zahlungen eingestellt hat.
Ab wann gilt ein Unternehmen als zahlungsunfรคhig?
Ein Unternehmen ist zahlungsunfรคhig, wenn es nicht in der Lage ist, seine fรคlligen Zahlungspflichten zu erfรผllen (ยง 17 Abs. 2 InsO). Um zu bestimmen, ob es zahlungsunfรคhig ist, mรผssen mehrere Faktoren betrachtet werden, darunter die Hรถhe der fรคlligen Zahlungspflichten, verfรผgbare Finanzmittel und eventuelle zusรคtzliche Liquiditรคtsquellen, wie Kredite. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist in der Regel von Zahlungsunfรคhigkeit auszugehen, wenn eine Lรผcke von 10 Prozent oder mehr der fรคlligen Gesamtverbindlichkeiten nicht innerhalb von drei Wochen geschlossen werden kann (BGH, Urteil vom 24. Mai 2005, IX ZR 123/04).
Was ist unter einer drohenden Zahlungsunfรคhigkeit zu verstehen?
Die drohende Zahlungsunfรคhigkeit bedeutet, dass ein Unternehmen mรถglicherweise nicht in der Lage sein wird, seine finanziellen Verpflichtungen wie beispielsweise Lรถhne, Rechnungen oder Kredite rechtzeitig und vollstรคndig zu erfรผllen. Dies kann auf eine finanzielle Krise, eine Verschlechterung der Marktlage oder andere Faktoren zurรผckzufรผhren sein. Es ist wichtig, frรผhzeitig auf Anzeichen einer drohenden Zahlungsunfรคhigkeit zu achten, um gegebenenfalls rechtzeitig reagieren und Abhilfe schaffen zu kรถnnen.
Was ist ein IDW S6 Gutachten?
Ein Sanierungsgutachten nach IDW S 6 ist ein Sanierungskonzept, das die Sanierungsfรคhigkeit eines Unternehmens beurteilt. Es wird meist auรerhalb eines Insolvenzverfahrens erstellt, etwa wenn Banken vor einer weiteren Finanzierung diesen Nachweis verlangen. Es soll helfen, eine Einschรคtzung รผber die finanzielle Lage und die Erfolgsaussichten eines Unternehmens zu geben. Es dient somit als Entscheidungsgrundlage fรผr Glรคubiger, Unternehmer und Gerichte. Das Gutachten wird von einem unabhรคngigen Gutachter erstellt und muss den Vorgaben des Instituts der Wirtschaftsprรผfer (IDW) entsprechen.
Die Regelungen des IDW S6 legen fest, welche Inhalte und Anforderungen ein solches Gutachten erfรผllen muss. Es dient als Basis fรผr die weitere Vorgehensweise und trรคgt somit zur Stabilisierung und Rettung des Unternehmens bei.
Unternehmenssanierung
Eine Unternehmenssanierung bezieht sich auf den Prozess, das Unternehmen wieder auf einen stabilen und profitablen Kurs zu bringen. Hierbei geht es um mehr als nur den Erhalt des Unternehmens, sondern auch um den Schutz der Interessen des Unternehmers. Es gibt verschiedene Wege eine erfolgreiche Sanierung durchzufรผhren, wie zum Beispiel die Verhinderung einer Insolvenz, die geordnete Abwicklung einer Insolvenz oder die Fรถrderung einer Fortfรผhrung. Diese kann innerhalb eines Insolvenzplanverfahrens oder durch eine รผbertragende Sanierung realisiert werden. Es ist wichtig, eine individuelle Lรถsung zu finden, die den Bedรผrfnissen und Zielen des Unternehmens entspricht.
Unternehmenskrise: Eine kritische Phase fรผr jedes Unternehmen
Eine Unternehmenskrise beschreibt eine Situation, in der das Unternehmen negative Entwicklungen im Bereich Profitabilitรคt und Zahlungsfรคhigkeit erlebt. Hierbei steht das รberleben des Unternehmens auf dem Spiel und es ist wichtig, schnell zu handeln. Es kann viele verschiedene Faktoren geben, die zu einer Krise fรผhren, wie beispielsweise Pfรคndungen, Mahnungen, Liquiditรคtsprobleme oder eine ungรผnstige Wirtschaftslage.
Unsere Unterstรผtzung bei einer Unternehmenskrise
Wenn Sie sich in einer Unternehmenskrise befinden und den รberblick verloren haben, stehen wir Ihnen zur Seite. Wir helfen Ihnen bei der Beurteilung der Lage, der Erstellung von Sanierungskonzepten, bei Bankengesprรคchen und bei der Verhandlung mit Glรคubigern. Wir sind Ihr Partner in schwierigen Zeiten und unterstรผtzen Sie bei der รberwindung der Krise. Gemeinsam finden wir eine Lรถsung, die Ihr Unternehmen wieder auf Erfolgskurs bringt.
Was bedeutet รberschuldung?
รberschuldung liegt vor, wenn das Vermรถgen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortfรผhrung des Unternehmens ist in den nรคchsten zwรถlf Monaten nach den Umstรคnden รผberwiegend wahrscheinlich (ยง 19 Abs. 2 InsO). Geprรผft wird deshalb in zwei Schritten: zuerst die Fortfรผhrungsprognose, und nur wenn sie negativ ausfรคllt, ein รberschuldungsstatus, der das Vermรถgen zu Liquidationswerten den Verbindlichkeiten gegenรผberstellt. Eine bilanzielle รberschuldung in der Handelsbilanz allein ist noch kein Insolvenzgrund.
Was bedeutet Insolvenzverschleppung?
Die Geschรคftsleitung einer juristischen Person, etwa einer GmbH, UG oder AG, und einer Gesellschaft ohne natรผrliche Person als persรถnlich haftenden Gesellschafter, etwa einer GmbH & Co. KG, muss ohne schuldhaftes Zรถgern Insolvenzantrag stellen, sobald Zahlungsunfรคhigkeit oder รberschuldung eintritt. Die Frist betrรคgt spรคtestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfรคhigkeit und sechs Wochen nach Eintritt der รberschuldung (ยง 15a Abs. 1 InsO). Drohende Zahlungsunfรคhigkeit begrรผndet noch keine Antragspflicht.
Wer den Antrag nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig stellt, verschleppt die Insolvenz. Das ist strafbar und wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe geahndet (ยง 15a Abs. 4 und 5 InsO).
Was ist ein Insolvenzplan?
Ein Insolvenzplan ist ein wichtiges Element im Rahmen eines Insolvenzverfahrens, mit dem Ziel, eine รbereinkunft zwischen einem Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten und seinen Glรคubigern zu erreichen. Der Insolvenzplan beschreibt, wie die Schulden des Unternehmens bezahlt werden sollen und welche Bedingungen die Glรคubiger akzeptieren mรผssen.
Nach der Annahme des Insolvenzplans und einem Beschluss des Gerichts wird das Insolvenzverfahren beendet und das Unternehmen wird wieder handlungsfรคhig. Der Insolvenzplan markiert den Abschluss des Sanierungsprozesses und stellt eine Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und seinen Glรคubigern dar.
Wie lange dauert ein Eigenverwaltungsverfahren?
Nach unserer Erfahrung dauert das Eigenverwaltungsverfahren, je nach Umfang und Schwierigkeit der Sanierung, zwischen 6 und 12 Monaten. Es ist jedoch zu beachten, dass es von Faktoren wie der Grรถรe und Komplexitรคt des Unternehmens, sowie dem Umfang der notwendigen Maรnahmen abhรคngig ist.
Wie lรคuft ein Eigenverwaltungsverfahren ab?
Das Eigenverwaltungsverfahren beginnt mit dem Insolvenzantrag des Unternehmens und dem Antrag auf Eigenverwaltung, รผber den das Insolvenzgericht entscheidet. In Fรคllen, bei denen der Richter Zweifel hat, ob die Eigenverwaltung erfolgversprechend ist, kann er einen Gutachter hinzuziehen. Ein gut vorbereiteter und formulierter Antrag auf Eigenverwaltung erhรถht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Richter den Antrag positiv und ohne Hinzuziehung eines Gutachters beschlieรt.
Nach dem Antrag beim Gericht wird ein vorlรคufiges Verfahren durchgefรผhrt, um erste Maรnahmen einzuleiten, Glรคubigerrechte zu schรผtzen und die Vorbereitungen fรผr die Insolvenzgeldzahlungen und die Insolvenzerรถffnung abzuschlieรen. In der Praxis wird das Verfahren meist nach rund drei Monaten erรถffnet, weil das Insolvenzgeld die Lรถhne dieses Zeitraums sichert. Danach kรถnnen operative Sanierungsmaรnahmen intensiviert werden.
Im erรถffneten Verfahren prรผft der Sachwalter mรถgliche Anfechtungen (ยง 280 InsO), die Berichte an Gericht und Glรคubiger werden erstellt und ein Insolvenzplan wird ausgearbeitet. Nach Einreichung beim Gericht stimmen die Glรคubiger in Gruppen รผber den Plan ab. Stimmen die gesetzlich vorgeschriebenen Mehrheiten zu und bestรคtigt das Gericht den Plan (ยงยง 244, 248 InsO), werden die Forderungen entsprechend der im Plan festgesetzten Quote bedient.
Wofรผr steht ESUG?
Das โGesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmenโ (kurz: ESUG) vom 7. Dezember 2011 ist im Wesentlichen am 1. Mรคrz 2012 in Kraft getreten. Es hat die Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren gestรคrkt. Nach ยง 270 InsO fรผhrt in der Eigenverwaltung die bisherige Geschรคftsleitung das Unternehmen weiter, beaufsichtigt von einem Sachwalter statt ersetzt durch einen Insolvenzverwalter. Das gilt fรผr Unternehmen jeder Rechtsform, ausgenommen ist nur das Verbraucherinsolvenzverfahren.
Wer die Eigenverwaltung beantragt, legt nach ยง 270a InsO eine Eigenverwaltungsplanung vor: einen Finanzplan fรผr sechs Monate, ein Konzept mit Ziel und Maรnahmen, den Stand der Verhandlungen mit Glรคubigern, die Vorkehrungen zur Erfรผllung der insolvenzrechtlichen Pflichten und die voraussichtlichen Mehr- oder Minderkosten. Ist die Planung vollstรคndig und schlรผssig, ordnet das Gericht nach ยง 270b InsO die vorlรคufige Eigenverwaltung an.
Ist das Unternehmen noch zahlungsfรคhig und droht die Zahlungsunfรคhigkeit erst oder liegt eine รberschuldung vor, kommt das Schutzschirmverfahren nach ยง 270d InsO in Betracht. Mit der Bescheinigung eines in Insolvenzsachen erfahrenen Beraters erhรคlt es bis zu drei Monate Zeit, einen Insolvenzplan vorzulegen.
Was ist eine Insolvenz in Eigenverwaltung?
โInsolvenz in Eigenverwaltungโ bedeutet, dass das Unternehmen im Insolvenzverfahren von der eigenen Geschรคftsfรผhrung weitergefรผhrt wird statt von einem Insolvenzverwalter. Das Insolvenzgericht ordnet sie auf Antrag des Schuldners an und bestellt einen Sachwalter, der die Geschรคftsfรผhrung รผberwacht (ยงยง 270 ff. InsO). Die Option der Eigenverwaltung ist eine Mรถglichkeit, ein Unternehmen zu sanieren und zu reorganisieren, wenn die Insolvenz unvermeidbar ist, aber das Unternehmen immer noch einen fortfรผhrungswรผrdigen Geschรคftsbetrieb und eine positive Zukunftsperspektive hat. Diese Art der Insolvenz ermรถglicht es dem Schuldner, die Kontrolle รผber sein Unternehmen zu behalten, indem er die Verfรผgungsgewalt und Finanzhoheit behรคlt.
Im Gegensatz zum traditionellen Insolvenzverfahren, bei dem die Fรผhrung des Unternehmens an den Insolvenzverwalter รผbertragen wird, bleibt der Schuldner in der Eigenverwaltung Herr des Geschehens.